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TRANSURETHRALE EINMALKATHETER

Was ist ein Einmalkatheter?
Ein transurethraler Einmalkatheter wird - im Gegensatz zu Dauerkathetern – zur Entleerung der Blase jeweils einfach oder einmal, d.h. ohne erneute Wiederverwendung, eingesetzt. Der Betroffene katheterisiert sich mit dem Einmalkatheter in der Regel selbst. Dieser Vorgang, bei dem der Betroffene den Einmalkatheter in die Harnröhre einführt und seine eigene Blase entleert, wird auch als intermittierender Selbstkatheterismus (oder abgekürzt „ISK“) bezeichnet. Der Urin kann hierbei entweder in die Toilette, ein Urinal oder einen Urinbeutel geleitet werden. Unmittelbar nach der Blasenentleerung wird der transurethrale Einmalkatheter entfernt und entsorgt.

Transurethrale EinmalkatheterZur Ansicht einer vergrößerten Darstellung auf die Skizze klicken. – © PROLIFE homecare GmbH

In vielen Ländern Europas (insbesondere im nördlichen Europa und in Frankreich) gilt der intermittierende Selbstkatheterismus („ISK“) zur Therapie von Inkontinenz als „Mittel der Wahl“ bzw. wird erfolgreich vergleichsweise deutlich häufiger verwendet als in Deutschland.

Aktuelle Produktbeispiele von Einmalkathetern:

Einmalkatheter für Frauen

Einmalkatheter für MännerZur Ansicht einer vergrößerten Darstellung auf die Skizze klicken.
Video Intermittierender Selbstkatheterismus





Unter folgendem Link finden Sie eine Bilderstrecke, die richtiges & sicheres Katheterisieren für Frauen und Männer Schritt für Schritt beschreibt:
Sichere Katheterisierung bei Frauen und Männern - Bilderstrecke starten >>
Anwendungsbereich transurethraler Einmalkatheter
Der intermittierende Selbstkatheterismus (oder „ISK“) via Nutzung eines transurethralen Einmalkatheters gilt als sichere Technik zur Entleerung der Blase für Menschen, die selbständig sind bzw. sich mobil in Ihrer häuslichen Umgebung, am Arbeitsplatz oder draußen bewegen wollen. Der transurethrale Einmalkatheter kann über fast alle Altersgruppen eingesetzt werden, vom Kind bis ins hohe Alter.

Transurethrale Einmalkatheter werden insbesondere bei den folgenden Inkontinenzarten eingesetzt:
  • Reflexinkontinenz;
  • Drang- oder Urgeinkontinenz;
  • Harnrückstau bei Blasenentleerungsstörungen (Schwierigkeiten Blase vollständig zu entleeren bzw. Detrusor-Sphinkter Dysfunktionen > 100ml/Toilettengang)
  • Überlaufinkontinenz – unfreiwilliger Harnverlust bei großen Restharnmengen und mangelnder oder fehlender Blasenmotorik als Ursache von Multipler Sklerose (MS), Schlaganfall oder auch Diabetes, im Zusammenhang mit neurogenen, aber auch nicht-neurogenen Blasenentleerungsstörungen.
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Neurogene Blasenentleerungsstörungen können infolge von Verletzungen bzw. Schädigungen der Nerven und/oder des Gehirns auftreten. Prominente Beispiele sind Querschnittslähmung, Multipler Sklerose, Parkinson, Spina Bifida oder als Folge von Diabetes.

Nicht-neurogene Blasenentleerungsstörungen können resultieren aus:
  • Ersatzblase (Pouch, Neoblase, Mitrofanoff-Ableitung)
  • Blasenüberaktivität in Kombination mit medikamentöser Behandlung (Botulinim-Toxin),
  • Behinderung des Urin-Abflusses (bspw. bei gutartigen Prostataerkrankungen),
  • Blasenlähmung,
  • Chronischer Harnrückstau,
  • Schädel- oder Hirnverletzungen,
  • nach operativen Eingriffen an der Blase mit Blasenauslassobstruktionen kurzfristiger oder langfristiger Natur,
  • psychogenen Erkrankungen.
Die Vermutung bzw. Angst vieler von Inkontinenz Betroffener, dass mit der Anwendung eines transurethralen Einmalkatheters Schmerzen bzw. Schädigungen der Harnwege verbunden sind, ist heute nicht mehr begründet. Produktinnovationen und moderne Herstellungsverfahren stellen heute sicher, dass die Handhabung bequem und gesundheitsverträglich ist. Dieser Qualitätsstandard der heutigen transurethralen Einmalkatheter wird auch als „atraumatisch“ bezeichnet.

Der transurethrale Einmalkatheter kann bei Harninkontinenz von Männern oder Frauen eingesetzt werden.

Die Anwendung des transurethralen Einmalkatheters bzw. das Erlernen des intermittierenden Selbstkatheterismus (oder „ISK“) erfordert ein Selbständigkeitstraining. Qualifiziertes Fachpersonal sollte zum Erlernen und zur laufenden Unterstützung hinzugezogen werden. Der ISK kann aber auch von Dritten (Angehörigen, Pflegepersonal) durchgeführt werden. In diesem Fall spricht man vom Fremdkatheterismus.

Dem Design des transurethralen Einmalkatheters wird sich heute neben der Funktionalität besonders gewidmet. In den letzten Jahren wurden transurethrale Einmalkatheter als Kompaktkatheter entwickelt, die nicht wie „typische Blasenkatheter“ aussehen und für absolute Diskretion sorgen.
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Carola Eilers, Kontinenz-Beraterin
 
Produktvarianten
Entscheidet man sich für den intermittierenden Fremd- oder Selbstkatheterismus (oder „ISK“), wird der Katheter im Durchschnitt 5 mal pro Tag, 35 mal pro Woche, 150 mal pro Monat oder 1.800 mal pro Jahr eingesetzt. Der Auswahl des richtigen transurethralen Einmalkatheters kommt insofern besondere Bedeutung zu. Die Katheter für den langfristigen Fremd- oder Selbstkatheterismus (oder „ISK“) lassen sich nach den folgenden Eigenschaften unterscheiden:


Transurethrale Einmalkatheter sind aus Silikon oder anderen synthetischen Polymeren hergestellt.

Bei synthetischen Polymeren werden am häufigsten solche aus Polyvinylchlorid (“PVC”) oder einer Polyurethan-Kombination (“PU”) verwendet. Da es sich bei den betreffenden Grundsubstanzen um eher spröde Materialien handelt, bedürfen diese der Hinzugabe von Weichmachern (bspw. DEHP, DBP, oder anderen) zur Erreichung der notwendigen und gewünschten Flexibilität. Die Biokompatibilität (Einsatz von Stoffen ohne negativen Einfluss auf die Gesundheit) synthetischer Polymere wie PU und PVC ist (aufgrund des Zusatzes von Weichmachern) grundsätzlich niedriger als die von Silikon. Silikon wiederum fehlt die von Nutzern als notwendig empfundene Stärke und Konsistenz im Führungsbereich der transurethralen Einmalkatheter.

Einige Hersteller nutzen für die Herstellung von transurethralen Einmalkathetern der neueren Generation PU anstatt PVC (Beispiele sind „Lofric Origo“ bzw. „Lofric Sense“ von WellSpect/Lofric oder „SpeediCath“ von Coloplast); andere weisen daraufhin, dass bestimmte Weichmacher wie DEHP nicht verwendet werden („IQ-Cath“ von Manfred Sauer oder „Actreen“ von BBraun). Der Hersteller Rochester Medical hat sich mit den Marken Magic (für Männer), HydroSil Rose (für Frauen) auf die Herstellung von Einmalkathetern aus 100% Silikon spezialisiert.

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Transurethrale Einmalkatheter können von Frauen, Männern und Kindern zur Fremd- bzw. Selbstkatheterisierung (oder „ISK“) genutzt werden.

Aufgrund der anatomischen Unterschiede in den Geschlechtsorganen / Länge der Harnröhre wird bei der Selbst-Katheterisierung („ISK“) zwischen transurethralen Einmalkathetern für Männer, Frauen und Kindern / Jugendlichen (sog. paedriatische transurethrale Einmalkatheter) unterschieden. Beim Mann muss der Einmalkatheter auf dem Weg zur Harnblase (ca. 20 bis 25 cm) durch die bulbäre Kurve geführt werden. Bei der Frau hingegen verläuft die Harnröhre (ca. 3 bis 4 cm) gradlinig von der Harnröhrenöffnung nach oben hin zur Blase.

Insofern haben transurethrale Einmalkatheter für Männer größere Längen / Durchmesser-Größen als die von Frauen und Kindern / Jugendlichen.


Die Länge umfasst den Bereich von der Katheterspitze bis zum Konnektor. Nach Geschlecht sind die folgenden Längen üblich:
  • Frauen (zwischen 15 cm bis 30 cm),
  • Männer (zwischen 30 bis 45 cm),
  • Kinder/Jugendliche (zwischen 20 cm und 30 cm).
Alle führenden Katheter-Hersteller bieten transurethrale Einmalkatheter in den üblichen Längen an.

Unter der Marke “Speedicath Compact” bzw. “SpeediCath Compact Eve” bietet der Hersteller Coloplast besonders kleine handliche transurethrale Kompakt-Einmalkatheter an. Die Länge beträgt bei Frauen 7cm, bei Männern lässt sich der Katheter von 12,5 auf 28,5cm ausziehen.

Der Hersteller Manfred Sauer bietet unter der Marke IQ-Cath ausschließlich transurethrale Männer-Einmalkatheter an. Alle anderen Hersteller bieten innerhalb der Marken Einmalkatheter für Frauen, Männer und Kinder bzw. Jugendliche an.

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Anatomisch betrachtet ist die Harnröhre der Frau enger als die Harnröhre des Mannes, wobei es darüber hinaus individuelle Unterschiede gibt. Die Größenangabe zur Bemessung des Durchmessers von Kathetern ist Charrière (Ch.). Ein Charriere entspricht ⅓ mm. Die einzelnen Größen sind standardisiert und sind durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet.Nach Geschlecht sind die folgenden Durchmesser-Größen üblich:
  • Frauen: (6-16 Charriere (Ch.));
  • Männer: (12-18 Charriere (Ch.));
  • Kinder und Jugendliche oder „Pädriatrisch“ (8-12 Charriere (Ch.)).
Pädriatische transurethrale Einmalkatheter werden – neben Einmalkathetern für Männer und Frauen – nur von den Herstellern Coloplast, Teleflex Medical und Wellspect/Lofric angeboten. Der Hersteller Manfred Sauer hat sich mit der Marke „IQ-Cath“ auf transurethrale Einmalkatheter für Männer spezialisiert.

Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen zum Thema Charriere von Einmalkathetern:
Mehr zu Charriere von Einmalkathetern >>


Die Katheterspitze ist beim Fremd- oder Selbstkatheterismus (oder „ISK“) von großer Bedeutung, da diese den Weg des Einmalkatheters durch die Harnröhre zur Blase bahnt. Auf dem Weg durch die Harnröhre kann es verschiedene mögliche Hindernisse geben: Divertikel, spastischer Schließmuskel, Prostatavergrößerung, Strikturen der Harnröhre, Vernarbungen aufgrund von Mikrotraumen, usw..

In Abhängigkeit vom Geschlecht und den individuellen Gegebenheiten eignen sich unterschiedliche Katheterspitzen. Diese unterscheiden sich nach der Form und Flexibilität. Bei der Selbstkatheterisierung (oder beim „ISK“) werden insbesondere die folgenden Katheterspitzen eingesetzt:
  • Nelaton: gerade Spitze zylindrisch zulaufend (für Mann und Frau geeignet),
  • Tiemann: Katheterende 30 Grad abgeknickt mit konisch zulaufender Kugelkopf-Spitze (besonders für Männer mit engerer Harnröhre geeignet),
  • Stöhrer-Ergothan: gerade Spitze mit flexiblem Kugelkopf (für Männer und Frauen; gilt als optimal zur Durchdringung von Engstellen in der Harnröhre)
  • Sauer-Kugelkopf: weicher Kugelkopf, der auf flexiblem Schaft sitzt.
Unter folgenden Links können Sie sich umfassend über die einzelnen Katheterspitzen informieren:
Mehr zu Nelaton-Kathetern >>
Mehr zu Tiemann-Kathetern >>
Mehr zu Stöhrer/Ergothan-Kathetern >>

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Katheter-Augen sind Öffnungen auf der Katheteroberfläche, durch die der Urin abfließt. Diese befinden sich im vorderen Teil des transurethralen Einmalkatheters direkt hinter der Katheterspitze seitlich versetzt oder auf einer Höhe.

Im Normalfall haben Einmalkatheter zwei Katheter-Augen. Der Hersteller Teleflex Medical / Medical Service bietet für Spezialsituationen (bspw. Pouch) auch Einmalkatheter unter der Marke „MobiStom“ mit vier Katheter-Augen an. Diese sollen eine mögliche Verstopfungsgefahr bei der Urinableitung vermeiden.

Den Katheter-Augen ist bei der Beurteilung der Qualität des transurethralen Einmalkatheters große Bedeutung beizumessen. Warum? Beim Einführen des Einmalkatheters setzt sich die Schleimhaut der Harnröhre in die Katheteraugen. Verletzungen der Harnröhre (sog. “Mikrotraumen”) können eintreten, wenn die Katheteraugen nicht “abgerundet” oder “atraumatisch” sind bzw. “Kanten” haben. “Kanten” sind nicht mit bloßem Auge, sondern oft nur mit mikroskopischer Unterstützung sichtbar.

Grundsätzlich werden im Verfahren der Herstellung der transurethralen Einmalkatheter die Katheter-Augen ausgestanzt. Ob die Katheter-Augen atraumatisch sind oder nicht, hierüber entscheidet die Nachbehandlung der Katheter-Augen. In den Verfahren zur Nachbehandlung unterscheidet man:
  • Polieren & Wärmebehandlung
  • Lasern
Als Methode zur sicheren Vermeidung von Kanten gilt das Lasern.

Auf Anfrage haben uns nicht alle Hersteller Auskunft über die Herstellungsverfahren zu den jeweiligen Kathetern erteilt. Der Hersteller Coloplast gibt an, dass die Katheter-Augen für die Marken „Speedicath“, „SpeediCath Compact“ und „SpeediCath Compact Eve“ separat gelasert werden. Der Hersteller Teleflex Medical garantiert für seine Marke „SafetyCat Active“ und „SafetyCat Plus“ kantenfreie Katheter-Augen mit einem SCE-Zertifikat (SCE steht für „soft cat eyes“).


Der Vorgang des ISK (auch intermittierende Fremd- oder Selbstkatheterismus genannt) erfordert, dass der transurethrale Einmalkatheter gleitfähig ist. Von Bedeutung im Zusammenhang mit der Beurteilung der Gleitfähigkeit sind zum einen die “Beschichtung” und zum anderen die Verpackung des Katheters.
  • Beschichtung:
    Einmalkatheter sind erhältlich mit Beschichtung (“beschichtet”) oder ohne Beschichtung (“nicht-beschichtet”) der Oberfläche.

    Beschichtete Katheter haben eine hydrophile Beschichtung aus PVP (Polyvinylpyrrolidon). Die Beschichtung ist vorteilhaft, da diese eine Gleitfähigkeit auf der ganzen Oberfläche sichert. Die Wahrscheinlichkeit möglicher Harnwegsverletzungen kann so deutlich reduziert werden. Die hydrophile Beschichtung wird durch eine NaCl 0,9% Lösung oder steriles Wasser “aktiviert”, d.h. gleitfähig.

    Nicht-beschichtete Katheter: Im Gegensatz zu den transurethralen beschichteten Einmalkathetern bedürfen diese des Einsatzes eines Gels zur Herstellung der Gleitfähigkeit. Häufig verwendete Gele sind bspw. „Endosgel“ (basierend auf Wasser, Chlorhexidindigluconat und Natriumlactat) oder „Installagel“ (apothekenpflichtig, da das Gel ein Anaesthetikum enthält).
     
  • Gleitmittel:
    Transurethrale Einmalkatheter werden von den Herstellern in verschiedenen Formen angeboten:
     
    • sofort gebrauchsfertig - hier ist der transurethrale Einmalkatheter in eine Lösung aus sterilem Wasser/NaCl 0,9% Lösung bzw. in ein Gel eingebettet verpackt und kann nach der Entnahme aus der Verpackung direkt eingesetzt werden;
       
    • gebrauchsfertig - hier enthält die Verpackung eine separate Ampulle von sterilem Wasser/NaCl 0,9% Lösung oder Gel; der transurethrale Einmalkatheter muss nach der Entnahme aus der Verpackung mit der NaCl-Lösung/Gel selbst benetzt bzw. aktiviert werden;
       
    • nicht-gebrauchsfertig - hier enthält die Verpackung keine NaCl-Lösung/Gel; diese muss separat erworben werden, um den Vorgang der Aktivierung einzuleiten.
Aus den vorstehenden Erläuterungen unterscheidet man hinsichtlich der Gleitfähigkeit zwischen den folgenden alternativen Lösungen:
SOFORT GEBRAUCHSFERTIG
 
GEBRAUCHSFERTIG
 
NICHT GEBRAUCHSFERTIG
BESCHICHTET
UNBESCHICHTET

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Der Einführschutz schützt den Nutzer bei der Durchführung des intermittierenden Fremd- oder Selbstkatheterismus (oder „ISK“) vor möglichen Harnwegsinfektionen.

Infektionen der Harnwege können eine (seltene) Begleiterscheinung des intermittierenden Selbstkatheterismus (oder „ISK“) sein, wenn der Einmalkatheter nicht vor Keimen bzw. Bakterien geschützt wird. Keime bzw. Bakterien können auftreten, wenn der Katheter nicht steril verpackt ist, mit der offenen Hand angefasst wird, u.s.w.. Über die sterile Verpackung der Einmalkatheter hinaus werden die Katheter mit verschiedenen Mechanismen vor Keimen und Bakterien gesichert:
  • Führungshilfe: Aufsatz, der bei der Einführung des Katheters mit der Hand angefasst und bei weiterem Eindringen des Katheters in die Harnröhre immer weiter zurückgeschoben wird. Die Führungshilfe ersetzt Handschuhe und stellt ein berührungsfreies Eindringen des Einmalkatheters in die Harnröhre sicher. Sofern diese nicht in der Katheterverpackung enthalten ist, kann diese auch separat erworben werden.
     
  • Umhüllung Führungsbereich: Umhüllung des Führungsbereichs mit einer (Plastik-)Folie, die angefasst und bei weiterem Eindringen des transurethralen Einmalkatheters in die Harnröhre immer weiter zurückgeschoben wird.
     
  • Handschuhe: Handschuhe können alternativ zur Führungshilfe eingesetzt werden.
Die verschiedenen Mechanismen zur Sicherstellung eines berührungsfreien Umgangs mit dem transurethralen Einmalkatheter zum Schutz vor Bakterien und Keimen haben verschiedene Marketing-Namen.

Der Hersteller BBraun nennt die Erfüllung der Eigenschaft eines berührungsfreien Umgangs mit dem Einmalkatheter „no-touch System“; die transurethralen Einmalkatheter von Hollister (bspw. VaPro) verfügen über eine „Schutzhülse“ und „Folienumhüllung“.


Hinsichtlich der Konnektivität („Möglichkeit des Anschlusses eines Urinbeutels“) gibt es die folgenden Alternativen:
  • Mit integriertem Urinbeutel (auch „geschlossenes System“ genannt): hierbei handelt es sich um ein integriertes System aus Einmalkatheter und Urinbeutel. Die Urinbeutel haben in Abhängigkeit von der Marke / vom Hersteller ein Fassungsvermögen von 700ml bis 1.500ml.
  • Mit Konnektor für Urinbeutel (oder auch „Trichter“ genannt): Am anderen Ende des Einmalkatheters befindet sich in der Regel der Konnektor. Über den Trichter wird der Urin in die Toilette abgeleitet. Alternativ kann bei Bedarf (bspw. in bestimmten Situationen) ein Urinbeutel angeschlossen werden.
  • Ohne Konnektor: der Einmalkatheter hat keinen Konnektor für einen Urinbeutel.
Die Variante „mit Konnektor“ ist heute Standard; d.h. die meisten der angebotenen Einmalkatheter verfügen über einen Konnektor, an den bei Bedarf ein Urinbeutel angeschlossen werden kann. In der Regel sind die Konnektoren auch herstellerkompatibel; d.h. der Konnektor eines Herstellers lässt den Anschluss jedes anderen Urinbeutels zu. Ausnahme hinsichtlich des Kriteriums „Herstellerkompatibilität“ ist die Kompakt-Katheterserie des Herstellers Coloplast, zu der Speedicath Compact und SpeediCath Compact Eve gehören.

Geschlossene Systeme (Einmalkatheter mit integriertem Beutel) werden unter den Marken ACTREEN® GLYS SET, ACTREEN® MINI SET, ADVANCE PLUS, ADVANCE PLUS POCKET, EasiCath Set, INSTANTCATH Protect, IQ-Cath 26, IQ-Cath 36, Libero mini, Libero semi, Libero Solo, Libero solo2, Liquick Plus, LoFric® Hydro-Kit, SELFCATH CS, SpeediCath Compact Set und VAPRO PLUS angeboten.

Der Hersteller Teleflex Medical bietet unter der Marke „Eruplast“ einen transurethralen Einmalkatheter ohne Konnektor an.

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Transurethrale Einmalkatheter werden im Unterschied zu Dauerkathetern nur jeweils einmal zur Urindrainage genutzt und danach entsorgt.


Folgende Eigenschaften sind wesentlich zur Beurteilung der Umverpackung:
  • Sterile Einzelverpackung:Grundsätzlich sind die transurethralen Einmalkatheter jeweils steril und einzeln umverpackt. Hiermit wird heute den Forderungen des aseptischen intermittierenden (Selbst-)Katheterismus Rechnung getragen, der einen Schutz vor Bakterien und Keimen über die Sterilität der Katheter, Gleitmittel und Verpackung vorsieht.

    In einer Liefereinheit befinden sich in Abhängigkeit von der gewählten Einmalkatheter-Marke unterschiedliche Mengen mit einer Dimensionierung von 25 bis 100 Stück.
     
  • Erleichterungen zur Öffnung der Umverpackung:Zur Erleichterung des Vorgangs der Öffnung der Umverpackung verfügen die meisten Einmalkatheter-Umverpackungen über verschiedene Erleichterungen, gerade für eingeschränkte Handfunktion:

    • Aufhängevorrichtung: die Umverpackung verfügt über eine Klebefläche, mit der der Einmalkatheter am Tisch, der Wand, u.s.w. vor dem Öffnen befestigt werden kann;
    • Fingerloch in der Umverpackung: die Umverpackung enthält ein größeres separates Fingerloch, mit dem die Verpackung durch die Hebelwirkung leichter geöffnet werden kann.
       
  • Diskretion der Verpackung:Ferner unterscheiden sich die transurethralen Einmalkatheter hinsichtlich der Art der Verpackung. Der Hersteller Coloplast konzentriert sich unter anderem mit dem SpeediCath Compact, Speedicath Compact Eve, ... auf Diskretion auch in der Außenwirkung. Bei den betreffenden Einmalkatheter-Marken ist nach außen nicht zu erkennen, dass es sich um einen Einmalkatheter handelt. Hiermit entspricht der Hersteller insbesondere dem Bedürfnis aktiver Betroffener, Inkontinenzprodukte unauffällig bei sich zu tragen.
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Vor- und Nachteile
Folgende Vor- und Nachteile sollten bei der Anwendung von transurethralen Einmalkathetern gegeneinander abgewogen werden.

Vorteile sind:
  • Hohe Kompatibilität: Aufgrund der Einsatzmöglichkeiten bei Arbeit, Sport, Urlaub, … ergibt sich eine hohe Unabhängigkeit für mobile Betroffene, bei denen Blasenentleerungsstörungen ein bedeutendes Symptom sind;
     
  • Persönliche Unabhängigkeit: Anwender berichten von Erhöhung bzw. Rückgewinnung ihrer persönlichen Unabhängigkeit (vergangener Tage) sowie Steigerung der Lebensqualität; eine Einschränkung der Möglichkeiten der Sexualität erfolgt nicht;
     
  • Altersindifferenz: die Anwendbarkeit kann über alle Altersgruppen hinweg erlernt werden;
     
  • Geringe Komplikationsrate: Medizinische Komplikationen sind im Vergleich mit transurethralen Dauerkathetern gering.
     
Nachteile sind:
  • Invasives Inkontinenzprodukt: Der transurethrale Einmalkatheter zählt zu den „invasiven“ Inkontinenzprodukten und sollte grundsätzlich erst dann angewendet werden, wenn andere „nicht-invasive“ Methoden nicht erfolgreich sind bzw. aus anderen Gründen nicht in Frage kommen (bspw. Nebenwirkungen medikamentöser Lösungen). Hier sollte eine Rücksprache mit dem Arzt erfolgen;
     
  • Körperliche und geistige Eignung: sofern die Motivation und eine gewisse Fähigkeit zur Selbstorganisation fehlen, sollten transurethrale Einmalkatheter nicht eingesetzt werden. Gleiches gilt bei eingeschränkter Fingerfertigkeit bzw. Einschränkungen des geistigen Zustands;
     
  • Komplikationen: In Studien, die älter als 10 Jahre sind, wurden in wenigen Fällen Infekte der Harnwege, Schädigungen der Harnröhre sowie der Blaseninnenwand nachgewiesen (Harnröhrenstriktur oder ein Harnröhrenriss) bzw. Schmerzen bei der Einführung beklagt. Neuere Untersuchungen zeigen, dass diese Komplikationen heute aufgrund der Innovationen und der moderneren Herstellungsverfahren für transurethrale Einmalkatheter keine höhere Bedeutung zuzumessen ist.
     
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Anwendungstipps
  • Lassen Sie sich bei der Auswahl von Einmalkathetern durch qualifiziertes Personal beraten. Trotz der Behauptung einiger Hersteller gibt es aufgrund der unterschiedlichen individuellen anatomischen Gegebenheiten und Bedürfnisse nicht den Einmalkatheter. Was für den einen Betroffenen eine optimale Lösung ist, funktioniert beim Anderen nicht zufriedenstellend.
     
  • Richtiges Einmalkatheterisieren (bzw. der ISK) sollte gelernt sein. Bitte absolvieren Sie ein Training, indem Sie das Katheterisieren bzw. den Umgang mit dem transurethralen Einmalkatheter (richtige Technik , Häufigkeit, Einnahme der Komfort-Position zur Katheterisierung) erlernen. Ferner sollten Sie bei Problemen eine qualifizierte Ansprechperson haben.
     
  • Hydrophile transurethrale Einmalkatheter mindern das Risiko von Harnwegsverletzungen und sind besonders für diejenigen Patienten geeignet, die den intermittierenden Selbstkatheterismus (oder „ISK“) über einen längeren Zeitraum durchführen.
     
  • Führen Sie die Einmalkatheterisierung nur an sauberen Orten durch bzw. nutzen Sie desinfizierte Unterlagen (insbesondere sofern der ISK an öffentlichen Orten erfolgt).
     
  • Desinfizieren Sie vor dem ISK Ihre Hände (einschließlich Fingerkuppen und Fingernägel) sowie die Harnröhrenöffnung.
     
  • Vor dem Katheterisieren sollte der Beutel am Konnektor bzw. Trichter befestigt werden.
     
  • Nehmen Sie sich für den ISK Zeit (und entspannen Sie sich).
     
Zubehör
Für die Anwendung von Einmalkathetern gibt es verschiedenes Zubehör. Hierzu gehören im Einzelnen:
  • Führungshilfe: Die Führungshilfe stellt ein Instrument dar, um den Einmalkatheter, insbesondere den Führungsbereich, bei dessen Einführung (vor Keimen bzw. Bakterien durch manuelle Berührung) zu schützen. Die Führungshilfe ersetzt Handschuhe. Sofern diese nicht mit dem Einmalkatheter bereitgestellt wird, kann sie separat bereitgestellt werden.
     
  • Gel: Transurethrale Einmalkatheter, die nicht beschichtet sind und nicht gebrauchsfertig bereitgestellt werden, bedürfen (zum Schutz der Harnröhre) bei der Einführung in die Harnröhre eines Gels. Das Gel besteht in seiner Grundzusammensetzung aus Wasser, Chlorhexidindigluconat und Natriumlactat. Darüber hinaus gibt es apothekenpflichtige Gele mit einem Anästhetikum, die in Ausnahmefällen eingesetzt werden. Geläufige Gel-Marken sind Endosgel und „Installagel“ (apothekenpflichtige Variante mit Anaesthetikum).
     
  • Handschuhe: Anstelle einer Führungshilfe können sterile Handschuhe genutzt werden.
     
  • Spezielles Abdecktuch: Spezielle Abdecktücher werden eingesetzt, um den Ablageort des transurethralen Einmalkatheters (nach dem Öffnen der Umverpackung) vor Bakterien und Keimen zu schützen.
     
  • Desinfektionsmittel: Desinfektionsmittel wird vor dem ISK eingesetzt, um die Hände und die Harnröhre von Keimen und Bakterien zu befreien.
     
  • Beinspiegel (für Frauen): Frauen nutzen Beinspiegel zur Einführung des Einmalkatheters in die Harnröhre.
     
  • Kompressen: Kompressen werden zur Desinfektion genutzt.
     
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Markus Adolph-Falzewski, Kontinenz-Berater
 
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