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Analtampon

Was ist ein Analtampon?

Analtampons sind medizinische Hilfsmittel bei Stuhlinkontinenz. Analtampons verschließen den Analkanal oder Rektum für einen begrenzten Zeitraum und verhindern so den ungewollten Verlust von festem Stuhl und damit einhergehende Begleiterscheinungen (bspw. Entstehen von Geruch). Sie können von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (sofern die Entwicklung des Afterschließmuskels weit genug fortgeschritten ist) genutzt werden. 

Analtampons werden über den After in das Rektum eingeführt. Sie bestehen aus hautfreundlichem Schaumstoff oder Silikon und werden je nach Art des Analtampons entweder 

  • zunächst kurz in Wasser aufgeweicht, ausgedrückt und dann mit einem Einführstäbchen / Applikator in das Rektum eingeführt oder 
  • direkt mit dem Finger in das Rektum eingeführt. Diese Analtampons werden durch einen wasserlöslichen Film auf Zäpfchengröße komprimiert.
© PROLIFE homecare GmbH
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An den meisten Analtampons sind Rückholbändchen befestigt, mit deren Hilfe sie bei einsetzendem Stuhldrang wieder herausgezogen werden können. Die Analtampons des Herstellers RENEW MEDICAL Inc. (Renew Insert) werden mit einsetzendem Stuhlgang ausgeschieden. 
 

Produktbeispiele Analtampons
Produktbeispiele Analtampons

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Wann wird ein Analtampon angewendet?

Analtampons können angewendet werden, wenn der Schließmuskel nicht kontrolliert werden kann. Die fehlende Kontrolle kann im Zusammenhang stehen mit 

  • neurogenen oder anderen Krankheitsbildern wie Spina bifida, Analatresie mit nachträglicher Anlage eines Darmkanals, Schlaganfall, Diabetes, Querschnittslähmung, Multipler Sklerose, ... 
  • nach Schädigungen des Schließmuskels im Zusammenhang mit Operationen (z.B. Entbindungen, Hämorrhoiden), oder 
  • altersbedingter Erschlaffung der Analmuskulatur


Bei den folgenden Krankheitsbildern sollte ein Analtampon nicht oder nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet werden (Kontraindikationen): 

  • Morbus Crohn,
  • Dickdarmentzündungen,
  • Diarrhoe, 
  • bestehende Darminfektionen,
  • Wunde im Rektum,
  • Analfisteln, oder
  • bekannte Unverträglichkeiten mit dem Material (PVA).

Welche Varianten gibt es?

Analtampons unterscheiden sich insbesondere nach den folgenden Kriterien: 

  • Material 
    Als Material wird ein hautverträglicher Schaumstoff (Polyvinylalkohol oder PVA) oder Silikon verwendet. 

    Die Hersteller MED.SSE–System (PVA Analtampon), RECA Med (Reca Care) und Innocept (ProDry Anal), Coloplast (Peristeen Analtampons) bieten Analtampons aus PVA mit unterschiedlicher Konsistenz an. Der Hersteller RENEW MEDICAL (Renew Insert) stellt Analtampons aus Silikon her. 
  • Größe (Durchmesser und Länge) 
    Analtampons variieren nach Länge und Durchmesser (angegeben im aktivierten Zustand). Da den meisten Betroffenen Größe und Länge des Rektums nicht bekannt sind, liefern die Hersteller Test-Sets in verschiedenen Größen, mit denen die richtige Größe via Testverfahren ermittelt werden kann. Es werden im Allgemeinen kleine, mittlere und große Größen unterschieden. 
  • Form 
    Es gibt verschiedene Formen von Analtampons (Spiraltampons, Zylindertampons, Zapfentampons, Konvextampons, Konkavtampons und Kugeltampons). Die Eignung hängt zum einen von den individuellen anatomischen Gegebenheiten und zum anderen von der Ursache der Stuhlinkontinenz ab. 
  • Aktivierung 
    „Aktivierung“ bedeutet, dass ein Analtampon in einen gebrauchsfähigen Zustand versetzt wird. In diesem Zusammenhang unterscheidet man Analtampons, die sofort gebrauchsfähig sind und Analtampons, die noch in einen gebrauchsfähigen Zustand versetzt werden müssen: 
     
    • Aktiviert (sofort gebrauchsfertig): Analtampons, die sofort gebrauchsfertig sind und nicht in Wasser eingelegt werden. 

      Die Analtampons des Herstellers Coloplast (Peristeen Analtampon) oder RENEW MEDICAL Inc. (Renew Insert) können direkt (d.h. ohne Aktivierung) eingeführt werden. Bei Peristeen Analtampons komprimiert ein Film das Analtampon auf Zäpfchengröße. Im Kontakt mit der feuchten Darmschleimhaut löst sich der Film und das Analtampon passt sich der Größe des Rektums an. 
    • nicht aktiviert: Analtampons müssen zur Anwendung vor der Einführung aktiviert (d.h. in warmem Wasser kurz aufgeweicht) werden. Aktiviert können diese auf einen Einführstab (oder Applikator) gesetzt und dann mit Hilfe dieses Einführstabs in den Darmkanal eingeführt werden. Um das Einführen zu erleichtern, kann die Spitze des Tampons mit Gel bestrichen werden. Damit sich wiederum das Einführstäbchen leicht vom Analtampon löst, kann auch die Spitze des Einführstäbchens mit Gel versehen werden. 

      Analtampons dieser Art werden z.B. von den Herstellern MED.SSE-System (PVA Analtampon), RECA Med (RECA care), Innocept (ProDry Anal) angeboten.


Insgesamt sind für die Auswahl des passenden Tampontyps und die Anwendung die individuellen körperlichen Gegebenheiten entscheidend; z.B. ist die Weite des Anus wichtig für den Tampondurchmesser und die Länge des Analkanals für die Einführtiefe. Der Analtampon sollte idealerweise über die ganze Länge des Analkanals eingeführt und am oberen Ende platziert werden. Es kann für die Betroffenen sehr unkomfortabel sein, wenn sich der Analtampon bereits im unteren Bereich des Analkanals ausweitet. Fachkundige Beratung kann hier für die Betroffenen sehr hilfreich sein. 

Was sind die Vor- und Nachteile von Analtampons?

Was sollte bei der Anwendung beachtet werden?

Im Folgenden finden Sie unsere wichtigsten Anwendungstipps: 

Carola Eilers
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Carola Eilers, Kontinenz-Beraterin
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